Bereits im Juni 2022 haben wir unseren Frust über dieses Thema hier geteilt: Naturschutz im Rahmen der Neugestaltung des Stadtparks Nun hat der Horrorroman ein neues Kapitel:
Trotz mehrfacher Rückversicherung, es werde dort „behutsam“ gepflegt, wurden nun auf der Innenseite der Stadtmauer doch alle Sträucher und Gehölze „auf den Stock gesetzt“ – sprich, direkt über der Erde gekappt. Mal wieder rangiert in der Stadt mit dem Motto „Naturnah. Authentisch. Lebendig.“ der Denkmalschutz (über die Ästhetik wollen wir lieber schweigen) über dem Klimaschutz.
Warum werden Sträucher radikal entfernt und an anderer Stelle aus ökologischen Gründen wieder neue Hecken gepflanzt? Ist das insgesamt nicht sogar kosten- und arbeitsintensiver? Es geht doch auch anders, denn Denkmalschutz und Artenschutz sowie die Pflege des Parks lassen sich durchaus kombinieren: Gezielte Pflegeschnitte und nur einzelne Entnahme von Gehölzen, wo es notwendig ist, führen zu einem wertvolleren Ergebnis als ein Kahlschnitt à la „tabula rasa“. An anderen Orten wie etwa Zons oder Zülpich zeigen sich historische Stadtmauern naturnah und lebendig.
Sträucher unterschiedlicher Arten und Größen bieten unseren Insekten und Vögeln wichtige Brut- und Nahrungsorte – da braucht es gar keine Insektenhotels und Nistkästen. Und mit einer „wärmenden Stadtmauer im Rücken“, boten die Gehölze im Kurpark besonders günstige Bedingungen für Kleintiere aller Art. Jetzt werden den Gästen des Kurparks ein paar Naturerlebnisse weniger geboten, denn die Glühwürmchen müssen sich einen anderen Balzplatz und die Fledermäuse eine andere Jagdstrecke suchen. Und auch das erste Kurkonzert des Jahres, mit dem brillante Sänger wie Rotkehlchen, Braunelle und Grasmücke aus dem Schutz der Hecken den Frühling einläuten, wird vor der Stadtmauer nun nicht erschallen.
Übrig bleibt eine kahle Mauer als Mahnmal für das Artensterben.
- Stadteigener Steingarten des Grauens statt Begrünung für Artenvielfalt.









































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